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Vorwort

Mit "Kriminalität und Kriminalitätskontrolle" wurde eine Lücke im "Konstanzer Inventar" geschlossen. Ziel war es, im Rahmen einer Sekundäranalyse der verfügbaren Dunkelfeldstudien sowie der Kriminal- und Strafrechtspflegestatistiken sowohl Stand und Entwicklung von Kriminalität als auch die Reaktionen der Instanzen strafrechtlicher Sozialkontrolle darzustellen. "Kriminalität und Kriminalitätskontrolle" ist auf dem Berichtsstand des Jahres 2013. Inzwischen liegen die Daten für das Berichtsjahr 2015 vor. Nach zwei Jahren ist eine Aktualisierung angezeigt. Sie wird sich allerdings auf einen Überblick und auf eine Aktualisierung der Ergebnisse der Kriminal- und Strafrechtspflegestatistiken beschränken können. Denn neuere Dunkelfeldstudien

sind seitdem nicht mehr hinzugekommen. Nicht aktualisiert werden ferner die Befunde zu „punitiven Tendenzen“, die im Wesentlichen unverändert gültig sind; eine Aktualisierung des damaligen Kapitels V.5 würde keinen Erkenntnisgewinn bringen. Ebenfalls nicht aktualisiert wird die Darstellung der regionalen Divergenzen (Kapitel IX). Eine Angleichung der Diskrepanzen ist in keinem der damals geprüften Bereich erkennbar; die Fortschreibung würde nur bestätigen, was hinlänglich bekannt ist und (gelegentlich) beklagt wird, insgesamt aber weder für Gesetzgeber, Verwaltung oder Justiz Anlass für eine Änderung zu sein scheint. Seismographisch ist für den Zustand der Gesellschaft bemerkenswert, dass Steuerungleichheit in Deutschland weitaus intensiver diskutiert wird als Strafungleichheit.

Ziel des Überblicks ist es deshalb lediglich, die auf amtliche Daten gestützten Befunde zu Kriminalität und Kriminalitätskontrolle bis zum Berichtsjahr 2015 zu aktualisieren. Dass die Ergebnisse der Kriminal- und Strafrechtspflegestatistiken wegen der Unterschiede in den Grundgesamtheiten, der Erfassungs- und Aufbereitungsgrundsätze nur eingeschränkt miteinander vergleichbar sind, wurde im einführenden Kapitel von "Kriminalität und Kriminalitätskontrolle" ausführlich dargelegt. Hieran hat sich zwischenzeitlich nichts geändert, weshalb darauf verwiesen werden kann. Die Absichtserklärung der jetzigen Regierungskoalition in ihrem Koalitionsvertrag vom 27.11.2013 (S. 147: "Die Kriminal- und Rechtspflegestatistiken machen wir aussagekräftiger") wurde nicht umgesetzt und ist in der jetzigen Legislaturperiode auch nicht mehr zu erwarten.

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