Justizministerin Anke Spoorendonk hat am 10. April 2017 im Uwe Seeler Fußball Park in Bad Malente den Startschuss für drei kriminal- und gesellschaftspolitisch völlig neue und bedeutsame Resozialisierungsprojekte gegeben. Es handelt sich um erzieherisch-pädagogisch wirkende ambulante Sanktionsalternativen für die Zielgruppe "junge Flüchtlinge".

Am 23.03.2017 gab es im Rahmen der Sendung "Tagesthemen" einen Beitrag zum Thema "Überfüllte Gefängnisse". Der Videobeitrag berichtet beispielhaft von der derzeitigen Situation in der JVA Freiburg.

Im Anschluss an den Videobeitrag wurde Bernd Maelicke als Experte von der Moderatorin zu diesem Thema interviewt. Die komplette Sendung können Sie in diesem Artikel sehen.

Der einleitende Videobeitrag startet ab ca. 15 Minuten, das Interview mit Bernd Maelicke bei ca. 20 Minuten.

 


                                        

Der überlastete Strafvollzug lechzt nach Reformen. Für den Kriminologen Bernd Maelicke spielt Hamburg dabei eine entscheidende Rolle. Ein Gespräch über emotionale Bindungen, Zäune zwischen Ethnien und wirkliche Resozialisierung

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Hamburg ist laut Resozialisierungsexperte Bernd Maelicke auf den Strafvollzug fixiert. Darunter leidet die Gerichts- und Bewährungshilfe.

Die deutliche Zunahme der Ersatzfreiheitsstrafer in den vollen Hamburger Gefängnissen ist nach Einschätzung des Strafvollzugsexperten Bernd Maelicke eine Fehlbelegung. „Solche Menschen haben in einem Gefängnis nichts zu suchen“, sagt Maelicke im Gespräch mit der „Welt“. Dabei handele es sich um Straftäter mit leichter Kriminalität wie Warenhausdiebe, Schwarzfahrer und Versandhausbetrügerinnen. Ersatzfreiheitsstrafen werden von Menschen angetreten, die ihre Geldstrafe nicht bezahlen können oder wollen.

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Die Öffentlichkeit wird fast täglich durch Berichte über exemplarische Einzelfälle misslungener Resozialisierung aufgeschreckt. Hinter schlagzeilenträchtigen Skandalisierungen werden allerdings immer wieder anhaltende Strukturprobleme des Strafvollzugs in allen Bundesländern deutlich. Hier ist es Zeit für eine (selbst-)kritische Zwischenbilanz .

Das größte Problem liegt in der weiter viel zu hohen Rückfallquote - trotz aller Reformen seit Verabschiedung des alten Bundesstrafvollzugsgesetzes in den 1970er-Jahren. Etwa 40 Prozent der Strafgefangenen verbüßen eine Freiheitsstrafe von unter einem Jahr, 20 Prozent unter sechs Monaten, bis zu zehn Prozent sind Ersatzfreiheitsstrafen. Dies alles sind nicht die gefährlichen Intensivtäter, die seinerzeit im Zentrum der Reformüberlegungen standen. Etwa 50 Prozent aller Entlassenen kommen wieder in die Anstalten zurück, besonders viele aus dem Jugendstrafvollzug, noch mehr aus dem Jugendarrest. Etwa 40 Prozent werden bereits im ersten Jahr nach der Entlassung rückfällig.

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