Vom Mörder zum Nachbarn: Der Weg zur erfolgreichen Resozialisierung. Projektgruppe "Resozialisierung" überreicht Abschlussbericht an Justizministerin

NIEDERSACHSEN - Ein erfolgreicher Wiedereingliederungsprozess verurteilter Straftäter betrifft die gesamte Gesellschaft. Er beginnt mit der Aufnahme der Gefangenen im Vollzug und geht über ihre Entlassung hinaus bis zur Begleitung im Alltag in der Zeit nach der Haft. Straffällig gewordene Menschen müssen zukünftig ein Leben ohne Straftaten führen. Die Erreichung dieses Ziels beschäftigt Justizvollzug, Bewährungshilfe und Straffälligenhilfe gleichermaßen. Jeder dieser drei Akteure ist vor unterschiedlichen Herausforderungen gestellt. Durch eine engere Kooperation kann die Arbeit nachhaltig verbessert werden. Die deshalb im Jahr 2016 auf Initiative des Justizministeriums gegründete Projektgruppe „Resozialisierung" hat nunmehr ihren Abschlussbericht fertig gestellt, der heute Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz offiziell übergeben wurde.

Weiter zur Pressemitteilung auf dem Internetportal des niedersächsischen Justizministeriums

 

Die Nachteile stationärer Einrichtungen - auch wenn sie offen konzipiert sind - sind längstens bekannt. Eines der Hauptprobleme - insbesondere bei jugendlichen Straftätern - ist die negative Subkultur, welche sich unweigerlich bildet.

Electronic Monitoring - mit und ohne GPS - eröffnet neue Möglichkeiten als Bindeglied zwischen stationären und ambulanten Massnahmen.

Dieser Bericht und damit die Arbeit der Kommission versteht sich als ein Angebot zur Optimierung des Systems der ambulanten und stationären Resozialisierung in einem spezifischen regionalen Zusammenhang. In der Kommission haben sowohl Vertreter der zuständigen Behörden und Fachorganisationen wie unabhängige Experten produktiv zusammengewirkt. Die strukturellen Systemmerkmale (in ihren Stärken und Schwächen) waren so über nahezu ein Jahr repräsentiert und haben den gemeinsamen Analyse- und Entwicklungsprozess nicht immer einfach gemacht. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass und wie letztlich mit hohem Konsens weiterführende Weichenstellungen erzielt werden können.

Den gesamten Bericht finden Sie hier: Download

 Heinz Cornel, Frieder Dünkel, Bernd Maelicke, Bernd-Rüdeger Sonnen

 

Erster Diskussionsentwurf eines Landesresozialisierungsgesetzes

(Stark gekürzte nur von Bernd Maelicke verantwortete Fassung, Stand Juni 2016)

Ein Zweiter Entwurf, der u.a. im Hinblick auf internationale Regelungen (z.B. Probation Rules) und die unterschiedlichen Strafvollzugsgesetze der Länder weitere Vertiefungen und Aktualisierungen sowie eine Gesamt-Begründung beinhaltet, wurde im April 2015 veröffentlicht (Cornel u.a. 2015).

 

 

Erster Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

 

§ 1: Anwendungsbereich

§ 2: Ziel

§ 3: Komplexleistung Resozialisierung

§ 4: Begriffsbestimmungen

 

Zweiter Abschnitt: Hilfen

 

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz des Landes Berlin konzentriert sich das Beratungszentrum der Jugendstrafanstalt Berlin auf die Bildung, Erprobung und Verstetigung eines sozialen Integrationssystems. Entwicklungsschwerpunkte sind individuell angepasste Beratungen, darauf abgestimmte klientenorientierte Informations- und Trainingsmaßnahmen sowie standardisierte und transparente Netzwerkstrukturen.

Das Beratungszentrum der Jugendstrafanstalt Berlin versteht sich als ein Knotenpunkt zwischen justizeigenen Organisationseinheiten und externen Beratungs- und Hilfeeinrichtungen. Somit ist das Beratungszentrum eine wichtige Instanz im Übergangsmanagementsystem der Jugendstrafanstalt. Das Übergangsmanagement stimmt die internen und externen Prozesse verschiedenster staatlicher und nicht-staatlicher Institutionen aufeinander ab, um die Entlassung jedes Einzelnen zu optimieren. Dabei ist die Entlassungsvorbereitung genauso wichtig wie die Nachsorge/ Begleitung über die Haft hinaus. In Kenntnis der speziellen Problematik des Einzelnen sollen Betreuungs- und idealerweise Beziehungskontinuität auch nach der Entlassung aufrechterhalten werden. Dazu sollen die Netzwerkstrukturen staatlicher Institutionen und freier Jugendhilfeträger genutzt werden.

Die Folien zum Vortrag von Frau Silke Postler gibt es hier: Download

Eine Übersicht über das Beratungszentrum und den inhaltlichen Schwerpunkten finden Sie hier: Download

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