Haftstrafe verbüßt - und dann? Wie sind die Bedingungen in deutschen Gefängnissen? Wie schaut der Alltag für Häftlinge aus, wie gut gelingt ihre Resozialisierung?

Das Tagesgespräch auf Bayern 2 und in ARD-alpha schaut hinter Gefängnismauern. Eine zentrale Frage: Wie sieht der Alltag für die Verurteilten aus?

Kritiker beklagen Personalnot, Drogen, Gewalt und mangelnde medizinische Versorgung. Das Tagesgespräch fragt: Was passiert mit Häftlingen, sobald die Strafe verbüßt ist? Gelingt die Resozialisierung?

Waren Sie selbst schon einmal im Gefängnis - oder jemand aus Ihrer Familie? Können Sie uns aus erster Hand von Erfahrungen aus dem Strafvollzug berichten?

Und allgemein gefragt: Welchen Ruf haben die Justizvollzugsanstalten in Deutschland? Wie sind die Bedingungen dort tatsächlich?

Zu Gast bei Christine Krueger war der Kriminologe Prof. Bernd Maelicke. Er ist Direktor des Deutschen Instituts für Sozialwissenschaft.

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Ein Jugendlicher ist zu 20 Stunden Lesen verurteilt worden, weil er das Nummernschild an seinem Motorrad nicht richtig angebracht hatte. An der Uni soll er jetzt passende Bücher lesen. Eine angemessene Erziehungsmaßnahme?

Zum Lesen verurteilt

Das Münchner Amtsgericht hat einen 19-Jährigen zum Lesen verurteilt und so eine erzieherische Maßnahme angewendet. Der Jugendliche muss 20 Stunden lesen, weil die Polizei ihn zweimal mit einem falsch angebrachten Nummernschild am Motorrad erwischt hat. Beim ersten Mal drückten die Beamten noch ein Auge zu.

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An die Öffentlichkeit dringt nur etwas, wenn Drastisches passiert: Suizide, Hungerstreiks, Schmuggelskandale. Aber auch der Alltag in Deutschlands Gefängnissen ist oft Ausnahmezustand: Personalnot, Drogen, Gewalt, mangelnde medizinische Versorgung. Auch Antifolterkommissionen mahnen immer wieder. Der Podcast blickt hinter die Mauern deutscher Gefängnisse.

Fast 65.000 Menschen sitzen in Deutschland derzeit im Gefängnis. Eingesperrt, damit sie ihre Strafen verbüßen. Weggesperrt zum Schutz der Allgemeinheit. Doch etwa 99 Prozent der Inhaftierten kommen irgendwann wieder frei. Dann sollen sie geläutert und in der Lage sein, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Ehemalige Straftäter werden wieder Teil der Gesellschaft. Und deshalb - da sind sich Experten einig - ist es nicht egal, wie die Zustände hinter Gittern sind.

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Er ist durch die wirklich harte Schule des Lebens gegangen. Vom Kriminellen zum "Sozialunternehmer". Eine schwierige Kindheit, mit 15 zu Hause rausgeworfen, vergebliche Versuche, beruflich Fuß zu fassen. Auf zunächst kleinere Delikte folgte für Volkert Ruhe eine Laufbahn im Drogenschmuggel in Südamerika. Koks wird sein Geschäft, immer mehr gerät er zwischen die kolumbianischen Drogenbarone bis ihm Ermittler von Interpol auf die Schliche kommen.

Mit 40 Jahren beginnt seine 13-jährige Haftstrafe - für Ruhe eine Chance: Er macht einen Schulabschluss und beginnt ein Fernstudium. Als Freigänger gründet er 2001 schließlich den Verein "Gefangene helfen Jugendlichen“ mit Sitz in Hamburg, der seitdem im Norden kontinuierlich gewachsen ist. Jugendliche tauschen sich mit Häftlingen aus und sollen so vor einer kriminellen Laufbahn bewahrt werden. Wir sprechen mit Volkert Ruhe über seine Arbeit sowie sein jüngst erschienenes Buch "Hinterm Stacheldraht geht’s weiter", in dem er seinen Werdegang vom Berufsverbrecher zum sozial Engagierten aufarbeitet.

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Seit 2013 dürfen Inhaftierte selber die Entscheidung darüber treffen, ob sie arbeiten möchten oder nicht. Es herrscht ein großes Interesse Seitens der Gefangenen. Jedoch fehlen die Arbeitsplätze in den Sächsischen Gefängnissen.

Insgesamt gibt es in sächsischen Gefängnissen rund 3600 Insassen. 55 Prozent von ihnen haben einen Arbeitsplatz. Zu den Sommerferien sinkt diese Zahl. Sebastian Hecht, der Stellvertreter der Pressestelle des Justizministeriums, begründet:

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